Welpenernährung: Was dein Welpe wirklich braucht
Die Ernährung gehört zu den wichtigsten Themen im ersten Jahr mit deinem Welpen. Was er in diesen Monaten frisst, beeinflusst die Entwicklung von Knochen, Gelenken und Immunsystem. Auch sein Verhalten kann von der Ernährung beeinflusst werden.
Trotzdem muss Welpenernährung nicht kompliziert sein. Hier erfährst du, worauf es bei Futter, Mengen, Leckerli und Wasser ankommt.
🐾 Zur Einordnung: Ein Welpe verbraucht pro Kilogramm Körpergewicht doppelt so viele Kalorien wie ein erwachsener Hund. Spezielles Welpenfutter berücksichtigt diesen höheren Bedarf mit einem angepassten Nährstoffprofil.
Warum Welpenfutter anders ist als Erwachsenenfutter
Welpen wachsen schnell. Bei vielen Hunderassen verzehnfacht sich das Gewicht innerhalb der ersten 12 Monate. Dafür brauchen sie mehr Protein als erwachsene Hunde. Mindestens 22 % statt 18 % unterstützen den Muskelaufbau.
Auch Kalzium und Phosphor spielen für Knochen und Zähne eine wichtige Rolle. Entscheidend ist das richtige Verhältnis von etwa 1,2:1. Dazu kommen mehr Kalorien pro Kilogramm Körpergewicht und DHA, eine Omega-3-Fettsäure für Gehirnentwicklung und Lernvermögen. Kleinere Kroketten passen besser in das kleine Maul und zu den Milchzähnen.
Füttere deshalb ein spezielles Welpenfutter, das als “für Welpen” oder “Puppy” gekennzeichnet ist. Erwachsenenfutter deckt diesen Nährstoffbedarf nicht ab.
ℹ️ DHA kurz erklärt: DHA steht für Docosahexaensäure. Diese Omega-3-Fettsäure ist für die Gehirnentwicklung deines Welpen wichtig. Studien zeigen, dass Welpen mit ausreichend DHA schneller lernen und besser auf Training ansprechen.
Trockenfutter, Nassfutter oder BARF?
Trockenfutter, Nassfutter und BARF unterscheiden sich deutlich bei Handhabung, Kosten und Anforderungen. Für den Einstieg hilft ein nüchterner Vergleich.
Trockenfutter für einen einfachen Einstieg
Trockenfutter lässt sich einfach dosieren und aufbewahren. Es bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, und die Nährstoffzusammensetzung ist genau berechnet. Die Kauaktivität kann außerdem die Zahnreinigung unterstützen.
Beim Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutatenliste:
- Fleisch als erste Zutat (nicht “Fleischmehl” oder “tierische Nebenerzeugnisse”)
- keine künstlichen Farb- und Konservierungsstoffe
- keine Zuckerzusätze
- mindestens 25 % Rohprotein
- klare Angaben zum Herstellungsland und zu den Zutaten
Nassfutter als Ergänzung
Nassfutter enthält mehr Feuchtigkeit. Das kann bei Welpen hilfreich sein, die wenig trinken. Viele mäkelige Esser nehmen es lieber an, und du kannst es gut mit Trockenfutter mischen.
Pro Kalorie ist Nassfutter meist teurer. Nach dem Öffnen verdirbt es schneller und bietet weniger Zahnreinigung durch Kauaktivität.
BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter)
BARF ist für Anfänger nicht zu empfehlen. Du brauchst fundiertes Wissen über Nährstoffberechnung und Hygiene. Fehler bei der Zusammenstellung können bei Welpen schwere Mangelerscheinungen und Wachstumsstörungen verursachen.
Wenn du deinen Welpen barfen möchtest, lass dir unbedingt einen individuellen Futterplan von einem zertifizierten Tierernährungsberater erstellen.
🐾 Bei großen Rassen wichtig: Ein Welpe großer Rassen, zum Beispiel eine Deutsche Dogge oder ein Bernhardiner, darf nicht zu schnell wachsen. Zu viel Energie und Kalzium können schwere Gelenkprobleme verursachen. Große Rassen brauchen spezielles „Large Breed Puppy”-Futter mit angepasstem Kalzium-Phosphor-Verhältnis.
So findest du die richtige Futtermenge
Wie viel Futter dein Welpe braucht, hängt von seinem Alter, seiner Rasse, seinem Gewicht, seiner Aktivität und dem jeweiligen Futter ab. Nutze die Angaben auf der Verpackung als Ausgangspunkt, nicht als starre Vorgabe.
Fütterungsfrequenz nach Alter
| Alter | Mahlzeiten pro Tag | Warum? |
|---|---|---|
| 8-12 Wochen | 4x täglich | Kleiner Magen, hoher Energiebedarf |
| 3-6 Monate | 3x täglich | Magen wächst, kann mehr aufnehmen |
| 6-12 Monate | 2x täglich | Fast erwachsene Verdauung |
| Ab 12 Monate | 2x täglich | Erwachsenenrhythmus |
So erkennst du die richtige Menge
Lässt dein Welpe regelmäßig Futter übrig, hat weichen Stuhl oder nimmt zu schnell zu, kann die Menge zu groß sein. Frisst er sehr gierig, sucht danach weiter nach Futter, wirkt dünn oder energielos, kann er zu wenig bekommen.
Die Menge passt meist, wenn du seine Rippen leicht fühlen, aber nicht sehen kannst. Von oben sollte eine Taille erkennbar sein. Wiege deinen Welpen wöchentlich und vergleiche seine Entwicklung mit der Wachstumskurve seiner Rasse. Dein Tierarzt kann dir dabei helfen.
💡 Praktischer Tipp: Wiege die gesamte Tagesration morgens ab und teile sie auf die geplanten Mahlzeiten auf. So behältst du den Überblick und vermeidest versehentliches Überfüttern. Das hilft besonders, wenn mehrere Familienmitglieder füttern.
Leckerli mit Maß einsetzen
Leckerli helfen beim Training. Wenn du die Menge nicht mitrechnest, werden sie aber schnell zum Problem.
Die 10-%-Regel
Leckerli sollten höchstens 10 % der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Braucht ein Welpe 400 kcal pro Tag, bleiben davon nur 40 kcal für Leckerli. Diese Menge ist schnell erreicht.
Die besten Trainings-Leckerli
Für das Training reichen Stücke in Erbsengröße. Sie sollten weich sein und sich schnell fressen lassen, damit dein Welpe nicht lange kaut und die Übung unterbrochen wird. Achte auf einen hohen Fleischanteil und verzichte auf Getreide-Leckerli mit Zuckerzusatz.
Geeignet sind Naturprodukte wie getrocknetes Fleisch, Leber oder Käsewürfel. Mehr dazu findest du in unserem Guide zu Naturprodukten für Welpen.
Die PuppyPrep-Boxen enthalten natürliche Kauartikel aus Hirschgeweih und Rinderhaut. Sie dienen als Belohnung, unterstützen den Zahnwechsel und beschäftigen den natürlichen Kautrieb.
Leckerli von der Tagesration abziehen
Wenn du viel trainierst, zieh die Leckerli-Menge von der regulären Futterration ab. So verhinderst du, dass dein Welpe insgesamt zu viele Kalorien bekommt und übergewichtig wird.
Lebensmittel, die dein Welpe NIEMALS fressen darf
Die folgenden Lebensmittel sind für Hunde giftig. Einige können schon in kleinen Mengen lebensgefährlich sein.
⚠️ Wichtig: Schon kleine Mengen dieser Lebensmittel können für Welpen lebensgefährlich sein. Bewahre die Liste gut sichtbar auf und informiere alle Familienmitglieder und Besucher.
- 🚫 Schokolade: enthält Theobromin (je dunkler, desto gefährlicher)
- 🚫 Weintrauben und Rosinen: können Nierenversagen auslösen
- 🚫 Zwiebeln und Knoblauch: zerstören rote Blutkörperchen
- 🚫 Xylit (Birkenzucker): in vielen Süßigkeiten, Kaugummis und Zahnpasta
- 🚫 Avocado: enthält Persin
- 🚫 Alkohol: auch in kleinen Mengen gefährlich
- 🚫 Koffein: Kaffee, Tee, Energy Drinks
- 🚫 Macadamia-Nüsse: können Muskelschwäche und Erbrechen verursachen
- 🚫 Gekochte Knochen: splittern und können innere Verletzungen verursachen
Im Notfall: Wenn dein Welpe etwas Giftiges gefressen hat, rufe sofort den Tierarzt oder den tierärztlichen Notdienst an. Versuche NICHT, Erbrechen auszulösen, ohne vorher einen Tierarzt zu kontaktieren.
Ernährung während des Zahnwechsels
Zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat verliert dein Welpe seine Milchzähne. Gleichzeitig kommen die bleibenden Zähne. Das kann unangenehm sein und seinen Appetit beeinflussen. Mehr über diese Phase erfährst du in unserem Guide zum Zahnen beim Welpen.
Du kannst Trockenfutter mit etwas warmem Wasser einweichen und dadurch weicher machen. Natürliche Kausticks aus Rinderhaut oder Hirschgeweih können den Juckreiz lindern. Manche Welpen fressen während des Zahnwechsels weniger. Das ist normal.
Beobachte trotzdem das Zahnfleisch. Leichtes Bluten ist normal. Bei starkem Bluten oder Schwellungen sollte sich dein Tierarzt das Maul ansehen.
ℹ️ Kalorien mitrechnen: Die 10-%-Regel gilt auch für Kauartikel. Ein getrocknetes Rinderohrstück hat etwa 80 kcal. Bei einem kleinen Welpen kann das bereits der gesamten Tagesmenge an Extras entsprechen. Wiege oder zähle Leckerli mit, um Übergewicht zu vermeiden.
Wasser gehört immer dazu
Frisches Wasser muss deinem Welpen immer zur Verfügung stehen. Stelle den Wassernapf an einen festen Platz und wechsle das Wasser mindestens zweimal täglich.
Beobachte auch, wie viel dein Welpe trinkt. Auffällig viel oder wenig Wasser kann ein Warnsignal sein. Biete ihm nach dem Spielen und Training zusätzlich Wasser an. Auf Reisen und Spaziergängen solltest du immer Wasser mitnehmen.
Fünf häufige Ernährungsfehler bei Welpen
Erwachsenenfutter deckt den Nährstoffbedarf eines Welpen nicht ab. Auch ständige Futterwechsel sind ungünstig, weil sie Verdauungsprobleme verursachen können. Stelle das Futter deshalb langsam über 7-10 Tage um.
Füttere deinen Welpen nicht vom Tisch. Das fördert Betteln und kann im schlimmsten Fall zu einer Vergiftung führen. Rechne außerdem jedes Leckerli in die Tagesration ein, sonst steigt das Risiko für Übergewicht.
Lass das Futter nicht den ganzen Tag stehen. Welpen brauchen feste Fütterungszeiten. Gib deinem Welpen pro Mahlzeit 15-20 Minuten Zeit und räume den Napf danach weg.
Wann zum Tierarzt?
Wende dich an deinen Tierarzt, wenn dein Welpe eines dieser Anzeichen zeigt:
- Er frisst länger als 24 Stunden nichts.
- Er erbricht wiederholt oder hat wiederholt Durchfall.
- Du siehst Blut in seinem Stuhl.
- Er trinkt auffällig viel oder wenig.
- Er nimmt trotz ausreichender Fütterung nicht zu.
- Er hat sichtbar Schmerzen beim Fressen.
Fazit: Einfach anfangen, aufmerksam bleiben
Welpenernährung muss nicht perfekt sein. Starte mit einem hochwertigen Welpenfutter und nutze die empfohlene Menge als Orientierung. Rechne Leckerli mit, stell immer frisches Wasser bereit und beobachte, wie sich dein Welpe entwickelt. Bei individuellen Fragen oder auffälligen Veränderungen hilft dir dein Tierarzt weiter.
In den PuppyPrep-Boxen findest du monatlich altersgerechte Naturprodukte für deinen Welpen, dazu Kauartikel und Trainingsanleitungen. Entdecke unsere PuppyPrep-Boxen.
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