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Die ersten Tage mit Welpe: Was mir damals keiner gesagt hat

Alexandra Mardaus ~5 Min. Lesezeit
Welpenerziehung Einzug Anfänger

Ich hatte stapelweise Bücher gelesen, bevor Lani bei mir einzog. Ich dachte, ich sei vorbereitet.

Dann stand sie in meinem Wohnzimmer, und alles Gelesene war weg.

Was tatsächlich passierte: Tränen, viel zu wenig Schlaf, Kratzer an den Beinen. Kein Haushalt, kein Kochen, nichts von dem, was ich mir vorgestellt hatte. Falls du gerade mittendrin steckst und denkst, dass es nur dir so geht. Tut es nicht.

Was ich rückblickend anders machen würde, steht hier.

Die ersten 48 Stunden sind kein Fest

Der größte Fehler passiert meist am Ankunftstag. Besuch.

Alle wollen den Welpen sehen, und man will ihn selbst auch herzeigen. Für deinen Hund ist aber gerade alles fremd. Die Gerüche, die Geräusche, der Boden, die Menschen. Er hat heute zum ersten Mal ohne Mutter und Geschwister geschlafen.

Halte die ersten zwei Tage bewusst langweilig. Wenig Besuch, wenig Programm, viel Nichts. Das klingt nach verschenkter Zeit und ist die beste Investition der ganzen Woche.

⚠️ Der häufigste Fehler: Familientreffen am Ankunftstag. Jeder will den Welpen sehen, und für ihn ist das die stressigste Situation seines bisherigen Lebens. Verschieb den Besuch um eine Woche.

Ein Platz, an dem er in Ruhe gelassen wird

Dein Welpe braucht eine Ecke, die ihm gehört. Eine Decke, ein flaches Körbchen oder eine offene Box. Was genau, ist ziemlich egal.

Wichtig ist nur eines. Dort wird er nicht gestört. Auch nicht von Kindern, auch nicht zum Streicheln, auch nicht für ein Foto.

Ein Hund ohne Rückzugsort kommt nie richtig runter. Und ein Welpe, der nicht runterkommt, wird nicht ruhig, sondern wild.

💡 Zwei Kleinigkeiten mit großer Wirkung: Ein getragenes T-Shirt von dir im Körbchen riecht nach Sicherheit. Und lass scharfe Reinigungsmittel vom Schlafplatz weg, für eine Welpennase ist das eine Zumutung.

Schlaf ist wichtiger als Erziehung

Das habe ich zu spät verstanden.

Welpen schlafen sehr viel. Deutlich mehr, als die meisten erwarten. Wenn dein Welpe abends völlig überdreht ist, in alles beißt und auf nichts mehr hört, ist er selten ungezogen. Er ist übermüdet.

Wenn du in dieser Phase nur eine Sache richtig machst, dann diese. Sorg dafür, dass er wirklich zur Ruhe kommt, und weck ihn nie aus dem Schlaf. Vieles, was wie ein Erziehungsproblem aussieht, ist ein Schlafproblem.

ℹ️ Zur Orientierung: Welpen brauchen bis zu 20 Stunden Schlaf am Tag. Im Schlaf verarbeiten sie alles, was sie tagsüber gelernt haben. Ein Welpe, der zu wenig schläft, wird nicht müde, sondern hektisch.

Ein Tagesablauf, an dem du dich festhalten kannst

Feste Zeiten geben deinem Welpen Sicherheit. Dir auch, gerade an den Tagen, an denen dein Kopf nicht mitspielt. Sie machen außerdem die Stubenreinheit einfacher, weil sich Muster früher zeigen.

So ungefähr kann der erste Rhythmus aussehen:

UhrzeitWas
7:00Raus, dann Frühstück
9:00Kurzes Spiel, ein paar Minuten Training
10:00Ruhe
12:00Fütterung, kurze Runde
14:00Spiel
15:00Ruhe
17:00Fütterung, Spaziergang
20:00Letzte kurze Runde
21:00Nacht

Das ist kein Stundenplan, den du einhalten musst. Es ist ein Gerüst für die Tage, an denen du selbst nicht mehr weißt, wo oben ist.

Training: fünf Minuten reichen

Fang früh an, aber halt es kurz. Wirklich kurz. Fünf Minuten sind für einen Welpen viel.

Am Anfang genügt, dass er auf seinen Namen schaut. Danach kommen Sitz und der erste Rückruf. Belohne, was dir gefällt, und hör auf, solange es noch gut läuft.

💡 Timing: Trainiere vor dem Fressen, ein leicht hungriger Welpe ist deutlich motivierter. Die Leckerlis dürfen winzig sein, erbsengroß reicht völlig, sonst ist der Magen voll bevor der Kopf warm ist.

Was du dir sparen kannst: das Gefühl, schon in Woche eins etwas zu verpassen. Das kommt von den perfekten Welpen auf Instagram, nicht von deinem Hund.

Sozialisierung heißt nicht Reizüberflutung

Bis etwa zur 16. Woche lernt dein Welpe besonders leicht, was normal ist und was nicht. Das nutzt man mit ruhigen, kurzen Begegnungen. Verschiedene Menschen, freundliche geimpfte Hunde, unterschiedliche Untergründe, Alltagsgeräusche.

Der Denkfehler ist die Menge. Viele glauben, sie müssten in dieser Zeit möglichst viel abhaken, und schleppen ihren Welpen in die Stadt, auf Feste, in Menschenmengen. Ein überfordertes Tier lernt aber nicht, dass die Welt in Ordnung ist. Es lernt das Gegenteil.

Schau auf deinen Hund statt auf die Liste. Wenn er sich klein macht, wegschaut oder erstarrt, ist die Situation zu viel. Dann geht ihr ein Stück weg und probiert es später ruhiger.

Was normal ist, auch wenn es sich nicht so anfühlt

Er weint nachts. Er vermisst seine Geschwister, das legt sich.

Es geht in der Wohnung daneben. Regelmäßig. Wochenlang.

Das Training klappt an manchen Tagen gar nicht, obwohl es gestern noch ging.

Und du bist erschöpft und fragst dich, ob das ein Fehler war. Auch das gehört dazu. Es sagt nichts darüber aus, was für ein Mensch du bist oder was für ein Hund er wird.

Was mir gefehlt hat

Ich hatte Bücher, Hundeschule und Theorie. Was mir gefehlt hat, war jemand, der mir sagt, was diese Woche dran ist und was noch warten kann.

Genau deshalb gibt es PuppyPrep. Im Starterset „Ein Welpe zieht ein” sind die Trainingsanleitungen nach Wochen sortiert statt nach Stichwort, dazu das Zubehör, das in dieser Phase wirklich passt. Damit du die Welpenzeit genießen kannst, statt sie zu überstehen.

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